Schreibblockade und Selbstzweifel

Schreiben gehört für mich zum Leben dazu wie das Atmen… Okay… Ganz so schlimm ist es vielleicht nicht. Es ist eher wie… Schokolade. Oder eine schöne Tasse Tee, ein warmes Bad im eiskalten Winter, ein fauler Sonntag mit einem guten Buch. Das Schreiben. Es ist nicht überlebensnotwendig. Das mit Sicherheit nicht. Aber es macht mich einfach glücklicher, zufriedener… ausgeglichener. Zumindest wenn es dann klappt.

Seit über einem Monat hänge ich jetzt schon. Sobald ich ein Blatt Papier vor mir sehe oder das leere, weiße Worddokument, ist es, als wäre mein Kopf plötzlich wie leer gefegt. Einer dieser lustigen Gestrüppbälle wie aus einem alten Western rollt dann durch meine Gedanken, getrieben von einem pfeifenden, scharfen Wind. Es geschieht einfach nichts. Und das, obwohl da Worte sind, die hinaus wollen. Bilder, die mit Buchstaben aufs Papier gemalt werden wollen. Aber sobald ich Zeit habe und denke: Jetzt! Gestrüppball… Whhheeeehhuuuuu…..

Das schlimmste daran ist, dass mir das Schreiben fehlt. Das Nichtschreibenkönnen hinterlässt in mir immer eine seltsame Unruhe. Ich kann es nicht beschreiben und es ist nicht immer da, aber ich kann es fühlen. An Abenden wie heute zum Beispiel. Auf meinen langen Zugfahrten zur Uni, in den Nächten, in denen ich wach liege und meine Ideenwälder pflanze. Ich habe Ideen. So viele, dass ich (bei meiner Schneckenschreibgeschwindigkeit) wohl mein ganzes Leben Beschäftigung hätte. Nur rauskommen wollen sie nicht. Sie nisten da in meinem Kopf und kommen nicht hinaus, weil meine überschäumenden Selbstzweifel sie aufhalten.  Noch so eines meiner aktuellen Probleme: Selbstzweifel. Sie nagen an meinen Eingeweiden und an meiner Kreativität, wenn man es so nennen will, was ich in der Regel praktiziere. Egal, was ich zu Papier bringe, ich empfinde es als viel zu unzulänglich. Nicht unbedingt schlecht im eigentlichen Sinn. Nur so unglaublich mittelmäßig und furchtbar austauschbar, dass es sich von nichts in keiner Weise abhebt.

Vielleicht. Ganz vielleicht, gibt es ja irgendwann diesen Moment, an dem ich wieder Mut fasse oder aber einmal mehr in ein: Ach scheiß doch drauf, dass du ein weniger als mittelmäßiger Möchtegernautor bist, du schreibst trotzdem weiter. Ich hoffe es irgendwie. Ein erster Schritt ist dieser Blogpost. Es ist geschriebenes Wort und mehr als ich in den vergangenen Wochen zustande gebracht habe. Also eine kleine Verbesserung. Vielleicht wird es wieder.