Wieso ich keine Feministin mehr sein will

Meine gesamte Jugend über habe ich mich selbst als moderne Feministin gesehen. Ich war mir meiner Weiblichkeit mit ihren Vorteilen (aber auch Nachteilen – verflucht seist du PMS) überaus bewusst. Und obwohl auch ich schon in sehr jungen Jahren Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen machen musste, die mich stark negativ geprägt haben, wollte ich mich niemals in die Opferrolle drängen lassen.

Ich bewunderte die Frauen, die sich zur Jahrhundertwende für das Frauenwahlrecht eingesetzt haben und auch diejenigen, die endlich selbstbestimmt einen Beruf ausüben wollten, ohne ihren Ehemann fragen zu müssen. Und ich bewundere auch heute noch starke Frauen, die sich für das Recht auf Bildung, Gleichberechtigung oder auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen.

So weit so feministisch.

Die ersten Zweifel am modernen Feminismus hatte ich, als die Frage nach der Frauenquote kam. Wie sinnig oder unsinnig sie ist, wurde vielfach ausdiskutiert und ich kann sowohl manche Pro- als auch manche Kontraargumente nachvollziehen und andere eben nicht. Trotzdem blieb mir bis zum heutigen Tag der etwas bittere Beigeschmack beim Thema Frauenquote. Möchte man eine Stelle nur bekommen, weil man eine Frau ist? Und selbst wenn man vielleicht besser war als alle anderen Bewerber und die Stelle zurecht besetzt, bleibt in einer Männerdomäne nicht trotzdem der Makel der „Quotenfrau“. Für mich wäre dies eine Degradierung – und eine Form der positiven Diskriminierung. Ich erhalte einen Vorteil, weil mein Vater statt eines Y- ein X-Chromosom weitergegeben hat. Wie unwillkürlich in meinen Augen.

Auch die gegenderte Sprache ist mir als Schreiber und Sprachliebhaber häufig einfach zuwider. Bei Anreden, Titeln und Berufsbezeichnungen gehe ich mit. Immerhin ist ein Arzt keine Ärztin, wieso also umgekehrt? Wenn man aber Bekanntmachungen oder ähnliches nicht mehr lesen kann, weil in jedem Satz noch Schrägstiche, große „i“ oder – ganz neu – Gendersterne enthalten sind, wird es anstrengend. Wenn über einem Brief „Sehr geehrte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ steht, fühle ich mich vom gesamten nachfolgenden Text angesprochen, auch wenn nicht pausenlos gegendert wird. Lustiger wird es nur noch, wenn „neutrale“ Bezeichnungen auf Biegen und Brechen gesucht werden und es dann zu seltsamen Neologismen wie „jemensch“ kommt.

Welche Ausuferungen das Gendern der Sprache und die zwanghafte Erhebung von Frauen haben kann, habe ich in meiner langjährigen und nun vergangenen Mitgliedschaft der Partei Die LINKE. gesehen. Steht ein Mann an der Spitze des Wahlzettels MUSS eine Frau die Zweitplatzierte sein, egal ob eine geeignete Frau da ist oder nicht. Dann wird mitunter der Bock zum Gärtner gemacht, wenn die weiblichen Mitglieder durch Unfähigkeit glänzen und trotzdem in gehobene Positionen gelangen. Ich halte Frauen selbstverständlich nicht per se für unfähiger als Männer, aber wie überall gibt es sowohl fähige als auch unfähige Menschen. Und Männer werden nicht per Parteibeschluss auf den zweiten Platz gehoben, wenn eine Frau den obersten Listenplatz erhält. Andersrum gilt der Beschluss nämlich natürlich nicht.

All diese Dinge sehe ich aber als gar nicht so gravierend und ich könnte mich mit einem ansonsten gut durchdachten und rationalen Feminismus trotz solcher, meines Erachtens unsinnigen, Dinge anfreunden. Denn auch wenn ich persönlich solche Dinge unnötig finde, heißt es nicht, dass sie es tatsächlich sind. Es gibt nämlich einen chronischen Mangel an Frauen in Führungspositionen, es gibt sprachliche Diskriminierungen und es gibt Parteien, die so fest in Männerhand sind, dass man das Gefühl hat, dass sie sie nicht einmal im Tod freigeben werden, nur um keine Frau in gehobenen Positionen zu haben.

Doch dann kam das Internet. Genauer gesagt Twitter und dort viel zitierte feministische Blogs, die tatsächlich von den weiten Teilen des modernen Feminismus gegen jedweden Widersacher verteidigt werden. Und ich wurde konfrontiert mit Frauen, die in ALLEM sexuelle Belästigung sehen. Vom Busfahrer, der am Morgen „Hallo“ sagt bis zu einem Mann in einer Bar, der es wagt, sie einfach anzusehen. Nicht starren, nicht fixieren, nicht mit den Augen ausziehen. Einfach kurz von der Seite angeguckt und – BÄMS – du bist ein verabscheuungswürdiges Objekt. Du hast als Mann deine Beine nicht zusammengeklappt, sondern sitzt breitbeinig da? Breitmachmacker! Du zweifelst die Geschichte an, die gegen Kachelmann verbreitet wurde? Du Victimblamer! Du bist ein Mann, der lebt und atmet? Du bist die Personifizierung des Monsters.

Ich stieß auf Blogs, die wilde Fantasien enthielten, wie man mit dem männlichen Geschlecht am besten verfahren sollte. Als Zuchtmaschinen und Sklaven. Gerade so nützlich für niedere Arbeiten, für die sich die feministischen Damen dann wohl doch zu fein oder schwach fühlen (obwohl sie ja alles allein könnten), und um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten, denn ob das einer Feministin nun gefällt oder nicht: Auch um ein Mädchen zu zeugen, braucht es in der Regel nunmal auch einen Mann.

Spätestens als ich von „politischen Lesben“ las, war die neue Welle des Feminismus für mich gestorben. Einfach alles, was diese Frauen verkörpern, widerspricht meinem Empfinden von Moral und einer gleichberechtigten Welt. Diese Frauen stilisieren sich nonstop zu Opfern einer ganz furchtbaren, männerdominierten, frauenverachtenden Welt und merken nicht einmal, dass sie sich damit selbst am meisten diskriminieren und andere Frauen gleich mit.

Ja, auch ich war schon Opfer sexueller Gewalt, auch wenn ich von einer „vollendeten“ Vergewaltigung zum Glück verschont geblieben bin, auch eine versuchte Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe anderer Art hinterlassen ihre Spuren. Auch, wenn man als 16-Jährige fast vergewaltigt wird, knapp entkommt und zur Polizei läuft, die dann zu faul ist, eine Anzeige aufzunehmen, weil einem ja „nichts passiert ist“. Habe ich deshalb Angst, nachts alleine auf die Straße zu gehen? Nicht deshalb, sondern ganz generell, denn auch jenseits von Vergewaltigern gibt es eine ganze Menge kranker und gefährlicher Leute da draußen – beiden Geschlechts. Ich wurde nämlich als Jugendliche auch schon einmal abends von einer Mädchenclique überfallen. Auch das war eine beängstigende Situation. Nein, kein „what about…?“ sondern einfach die Summe MEINER Erfahrungen.

Muss ich deshalb mein ganzes Leben lang Opfer sein? Nein danke, das ist mir zu anstrengend. Ich kenne viele sehr nette und einige unangenehme Menschen jedweden Geschlechts und jedweder Gruppen. Ich möchte mit all diesen Menschen – auch den mir unangenehmen – friedlich zusammenleben. Ich möchte, dass diese Menschen ihren Weg gehen können, so wie ich meinen gehen möchte. Ich will nicht Opfer sein, ich will andere nicht prinzipiell als Täter sehen. Denn: Was habe ich davon, ein Leben in Angst zu führen? Nichts, außer Angst. Und Angst schränkt ein. Angst macht krank. Angst macht blind.

Aber genau das ist es, was ich in diesem neuen Feminismus sehe: Eine Ideologie der Angst. Habt Angst vor Männern. Männer wollen euch zurück an den Herd schicken. Sie wollen euch besitzen wie Vieh, euch einsperren, schlagen und vergewaltigen, wie es ihnen gerade beliebt. Männer wollen die Macht, aber wir nehmen sie ihnen weg. Damit wir Frauen die Macht haben und die Männer vor uns in Angst leben müssen.

Auge um Auge, quasi. Das ist aber nicht meine Vorstellung der Zukunft. Am Ende bekämpfen wir uns dann gegenseitig und es wird immer ein Wechsel der Machtpositionen sein. Was für eine furchtbare Vorstellung. Eine Vorstellung, die ich meinem Sohn um keinen Preis der Welt vorleben wollte. Lieber möchte ich, dass wir endlich gleichberechtigt nebeneinander leben. Nicht mehr in Kategorien „Mann“ – „Frau“ denken, sondern jeden Menschen als das sehen, was er ist: Ein Individuum. Mit Stärken und Schwächen, aber immer den gleichen Rechten und Pflichten. Manche sind nett, andere sind scheiße. Das war und ist so und das wird auch immer so bleiben. Wir sind nicht alle gleich, aber alle gleichberechtigt.

Und auch, wenn ich weiß, dass diese extremen Auswüchse nicht auf alle Feministen zutreffen, gerade in Ländern, in denen die Gleichberechtigung der Frau noch in den Sternen steht, sind es mir persönlich doch zu viele. Menschen, die Hass verbreiten und anerkannte Sprecher feministischer Bewegungen sind, kann ich nicht unterstützen.

Deshalb bin ich keine Feministin mehr. Ich will keinen Hass und keine Angst, ich will Gleichberechtigung und das kann mir der Feminismus in seiner jetzigen Form nicht bieten.

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48 Gedanken zu “Wieso ich keine Feministin mehr sein will

  1. Es gibt sie also noch, die ganz normalen Menschen mit vernünftigen, konstruktiven Gedanken. Auch im Internet.
    Danke für diesen schönen Text! Davon sollten sich manche eine dicke Scheibe gönnen. 🙂

  2. Gerhard schreibt:

    Ich bade geradezu in Deinem Beitrag und in Deinen Kommentaren. Denn in der Männerrechtsblase diskutiert man meist mit denselben Leuten und wundert sich ob alle anderen verrückt sind. Beifall von der falschen Seite wie Du auf Twitter schriebst? Meiner Beobachtung nach sind „unsere“ Aussagen zum größten Teil deckungsgleich mit Deinen.

    Es ist nicht symmetrisch, Radfems vs Radmaskus. Das meiste ist eigentlich schon gesagt worden, aber ich möchte es nochmal hervorheben. Vergewaltigungssprüche sind einfach daneben und wir distanzieren uns selbstverständlich von jedwedem Frauenhass. Auf der Seite der Radfems ist das leider nicht so und das sind keine Trolle auf gelben Seiten, sondern vielbeachtete, respektierte und Mächtige in den diversen Institutionen. Beispiele wurden hier zuhauf gegeben.

    An alle die meinen, das sei nicht ihr Feminismus. Doch, das ist er. Denn ich kann Euch nicht hören. Ihr steht nicht geschlossen auf, wenn Radfems euren Feminismus zu ihren Zwecken missbrauchen. Nicht mal vereinzelt. So gerne würde ich mit Mein-Feminismus-Feministinnen gemeinsam für Gleichberechtigung einstehen.

    Noch etwas asymmetrisches ist dabei. Ich erwarte nicht von der x-beliebigen Person auf der Straße über Dinge wie Zwangsheirat oder Beschneidung vollumfänglich informiert zu sein. Aber die Leute, die sich intensiv mit solchen Themen beschäftigen, die sich gar Aktivisten nennen, von denen erwarte ich ganz klar, daß ihnen bewußt ist, daß Beschneidung kein allein weibliches Problem ist, das Zwangsheirat eine Frau und einen Mann betreffen. Daß häusliche Gewalt auch Männer betrifft. Das auch Männer vergewaltigt werden und die meisten Opfer von Gewalt sind. Sowas passiert jedoch nicht.

    Noch ein Wort zu Vortex. Beim ersten Lesen hatte ich ein ganz merkwürdiges, unschönes Gefühl, erst beim zweiten Lesen habe ich verstanden, was da tatsächlich geschrieben wurde. Ja, man darf auch mal stolz sein. Es gibt eine ganz Menge Errungenschaften, die von Männern erreicht worden sind. Das Wahlrecht für Frauen zum Beispiel. Hier tut ein Bewußtseinswandel dringend Not.

    • Gwenny schreibt:

      „Noch etwas asymmetrisches ist dabei. Ich erwarte nicht von der x-beliebigen Person auf der Straße über Dinge wie Zwangsheirat oder Beschneidung vollumfänglich informiert zu sein. Aber die Leute, die sich intensiv mit solchen Themen beschäftigen, die sich gar Aktivisten nennen, von denen erwarte ich ganz klar, daß ihnen bewußt ist, daß Beschneidung kein allein weibliches Problem ist, das Zwangsheirat eine Frau und einen Mann betreffen. Daß häusliche Gewalt auch Männer betrifft. Das auch Männer vergewaltigt werden und die meisten Opfer von Gewalt sind. Sowas passiert jedoch nicht.“

      Das kann ich so nur unterschreiben. Doppelt und dreifach! Danke 🙂

      • Gerhard schreibt:

        Pah! Blumen werfen kann ich besser! Mir ist es tatsächlich etwas peinlich gewesen Dinge geschrieben zu haben, die Du vorher und deutlich besser geschrieben hast. Außerdem habe ich tatsächlich gerade(dadurch inspiriert) Deine Twitterbeiträge gelesen. Alle. Weil’s so schön war. Ich will ein Kind ^W einen Blog von Dir!

      • Gwenny schreibt:

        Und ich fand deinen Kommentar so toll, weil du Dinge, die ich schon genannt hatte, viel eloquenter ausgedrückt hast als ich 🙂 Ich glaube, da ist man mit sich selbst eben einfach immer noch einen Tacken kritischer.

        Oh, ich hab schon öfter mal mit dem Gedanken gespielt, mich an einen eigenen Blog zu wagen, aber ganz ehrlich… Was dieses Thema angeht, gibt es unglaublich viele, tolle Blogs, in denen alles, was ich dazu zu sagen hätte, schon längst gesagt wurde^^ Ein eigener Blog würde bei mir also entweder sehr schnell zum Staubfänger verkommen oder zu einem dieser unsäglichen Privatblogs, mit lustigen Geschichten über Arbeit, Kind und Familie. Und seien wir ehrlich: Das muss doch nicht sein 😉

        Besitzt du einen Twitteraccount oder einen Blog? Wenn ja, dann her damit! 🙂

        Vielen Dank auf jeden Fall für deinen lieben Kommentar! Ich muss jetzt mal ein bisschen meinen Mann unterdrücken gehen, damit das mit dem Hausputz heute noch was wird *ähem*.

        Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und einen ruhigen 3. Advent 🙂

      • Gerhard schreibt:

        „Oh, ich hab schon öfter mal mit dem Gedanken gespielt, mich an einen eigenen Blog zu wagen, aber ganz ehrlich… “

        „Besitzt du einen Twitteraccount oder einen Blog? Wenn ja, dann her damit! “

        Da hätte ich was für Dich. ‚Alles Evolution‘-Christian hat https://geschlechterallerlei.wordpress.com/ eingerichtet. Dort gibt es einige Autoren, deren Gemeinsamkeit die Lust am Schreiben für dieses Thema ist. Manche fest periodisch, manche nach Lust und Laune. Ich hatte schon überlegt, Deine Kommentare hier dort noch mal einzustellen. Das war sehr gut unterfüttert und daher fänd ich es schade wenn die „nur“ in Kommentarspalten stehen. Vielleicht willst Du das ja als Einstieg selbst machen? Du wärest auf jeden Fall ein Gewinn. Es gibt schon einige Leser und Du müßtest eigentlich nur noch schreiben.

        (Gilt natürlich für jeden, der sich angesprochen fühlt)

  3. Und gerade wegen den Beispielen, die ein schlechtes Licht auf das Thema Feminismus werfen, solltest du Feministin sein. Und zwar in dem Grad, in dem du dich wohlfühlst. Feminismus bietet halt ein extrem breites Spektrum und die Extremen kriegen vielleicht genug Aufmerksamkeit, weil sie am lautesten brüllen, aber die repräsentieren nicht meinen Feminismus. Und nur weil die sich auch Feministin nennen, höre ich nicht auf eine zu sein, nur weil ich nicht in die gleiche Schublade wie die gesteckt werden will.

    Und genderneutrale Sprache wie „jemensch“ finde ich, gerade als Linguistikstudentin, absolut nicht schön, aber ich benutze es wegen der non-binary Menschen in meinem Umfeld. Das ist gehört zb mit zu meinem Feminismus. Irgendwann, in einer besseren Welt, die gleichen Chancen für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Ability.

    • Non-binary Menschen? Ich vermute mal, dass du damit über Transsexuelle und vielleicht Asexuelle redest, anstelle einfach zu akzeptieren, dass Transmänner eben Männer, Tranfrauen eben Frauen und Asexuelle schlicht und einfach ihr biologisches Geschlecht sind. Denk vielleicht mal darüber nach, daß erst dieses ganze Gewese um Sonderstellungen dazu führt, dass diese auch etabliert werden. Toleranz und Akzeptanz sehen anders aus. Die funktionieren nämlich nur, wenn man erkennt, dass Menschen eben Menschen.

      Du kannst natürlich gerne Feministin sein. Ich persönlich ziehe Humanismus und die Erkenntnis, dass unser Menschsein Unterschiede und Geschlechter transzendiert, bei weitem vor.

      Noch etwas. Die persönlichen Fähigkeiten und Anlagen werden die Chancen immer massiv beeinflussen. Täten sie dies nicht, so hätte man entweder eine Welt, in der jeder das gleiche erhält unabhängig von Können, Wünschen und Bedürfnissen oder eine, in der nur noch der Zufall entscheidet. Die erste Welt führt zu Unfreiheit, die zweite zu Chaos und Ungerechtigkeit. Geschlecht und Hautfarbe sollten die Chancen natürlich nicht beeinflussen. Aber Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten tun dies massiv. Und die Unterschiede dort sind auch primär für die zu beobachtenden Unterschiede zumindest hierzulande verantwortlich. Beispielsweise für den Gender Pay Gap, der eben nicht durch Diskriminierung entsteht, sondern auf unterschiedlichen Lebensentscheidungen basierend auf unterschiedlichen Präferenzen.

    • Stephan schreibt:

      Moe: „Irgendwann, in einer besseren Welt, die gleichen Chancen für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Ability.“

      Unabhängig von Schönheit, Stimme, Athletik, Größe, Stärke, Humor, Risikobereitschaft, Empfindsamkeit, Empfindlichkeit, und so fort? Hast du das Ganze zu einem Gesellschaftsentwurf fortgedacht, oder beruhen deine Wünsche eher auf Stimmung und Gefühl?

  4. Stephan schreibt:

    Lulu, mich interessiert deine Auffassung zu Diskriminierung (und deine Gleichheits- bzw Freiheitsphilosophie). Findest du es verwerflich mehr klassische Musik als Pop zu kaufen? (Ein diskriminierender Transfer von Gütern, Geld.) Findest du es verwerflich mehr Zeit mit schönen Frauen als mit weniger schönen Frauen zu verbringen? (Auch ein diskriminierender Transfer von Gütern, so Unterhaltung durch Humor und intellektuellen Austausch.)

    Nimm an das sich drei Personen um einen Arbeitsplatz bewerben, die abgesehen vom Folgenden gleich sind. Eine Frau die sagt sie wird keine Kinder bekommen, eine Frau die sagt sie wird Kinder bekommen, und ein Mann (der gar nichts sagt). Wirtschaftlich gesehen stellt eine Schwangerschaft für den Arbeitgeber grundsätzlich einen relativen Verlust dar. Darf er unter den drei Bewerben den Mann und die Frau die sagt sie werde keine Kinder bekommen vorziehen?

  5. Ich bin und bleibe Feministin. Aber diese keifenden Biester, die in jedem Furz Vergewaltigung sehen (und leider meine ich, wie ich das sage), sind nicht meine Form von Feminismus. Die schreien bloß am lautesten und den größten Unfug und darum wird über die am meisten gesprochen und die werden für repräsentativ gehalten. Ist überall so.
    Sprachgendern ist nicht neu, weder I noch * noch _, all das wird schon seit Jahren ständig diskutiert, ebenso vernünftige neutrale Pronomen und Bezeichnungen. Kann man sich dagegen wehren, wird sich zeigen, ob es sich durchsetzt. In einigen Köpfen werden vielleicht bei heteronormativer Bezeichnung mitgedacht, aber in zu vielen auch nicht. Was ich immer nur höre, ist ganz viel Mimimi auf der Cisgender-Seite, zu der ich ja nun auch gehöre, und viele Transmenschen, die sich drüber freuen, endlich mal ins Bewusstsein der Leute zu rücken. Wogegen die sich natürlich wehren, denn sein dürfen sie ja, was sie wollen, aber doch nicht vor den Kindern! Oder so. Aber das ist schon wieder eine andere Sache.
    Was ich eigentlich nur sagen will: Das Ziel sollen Gleichberechtigung und Gleichstellung sein und beides wird nicht dadurch erreicht, dass man die andere Gruppe abschwächt.
    Die meisten Männerrechtler kann ich aber auch nicht ernst nehmen, weil von denen dieselbe Leier mit umgekehrten Vorzeichen kommt. Da treffen nur Hass und Hass aufeinander, ständig wird sich über die anderen erhoben, die ja voll dumm sind, das ist ermüdend, das dreht sich die ganze Zeit im Kreis, hab ich letztens erst wieder miterleben … dürfen. Darauf lass ich mich auch gar nicht mehr ein. Über diesen ganzen hasserfüllten Geifer, der da trieft, vergessen die Leute gern, was das wesentliche ist. Zu sehr sind alle damit beschäftigt, sich selbst in die Opferrolle zu drängen, da muss man sich ja gegenseitig auf die Füße treten, so viel Platz ist da ja nicht.
    So lang schwul und Du Mädchen etc. als Beleidigung gebraucht wird, so lang Harte Männliche Stärke als die bessere Eigenschaft gegenüber Emotionalität herausgehoben wird, so lang kann ich mir nur an den Kopf fassen. Dabei sind wir schon einen weiten Weg gekommen. Allein das Haus verlassen, Bildung für Mädchen, Hosen (aber bloß nicht aus der Männerabteilung)!, während Männer, die im Rock rumlatschen, meist noch skeptisch beäugt werden, Wahlrecht, die Tatsache, dass es Vergewaltigung (in der Ehe) tatsächlich gibt. Die Recht der Frauen mussten/müssen an die Rechte der Männer angeglichen werden. Dazu werden die Rechte der Männer ja nicht beschnitten. Die dürfen auch wählen gehen und arbeiten und ja, auch Männer sind Opfer von Gewalt jeglicher Natur, die auch von Frauen ausgeht, aber man schämt sich eventuell noch mehr, das zuzugeben, weil guck mal, das lässt der sich von ner läpp’schen Frau gefallen. Weißt schon. Mädchen wurde beigebracht, dass sie sich nicht gegen Gängeleien durch Jungs wehren dürfen, weil die ja eben so sind. Obwohl man Jungs sagt, dass man Mädchen nicht haut (woraus eigentlich werden sollte, dass man niemanden haut …) Du kannst deinen Sohn doch nicht mit Puppen/deine Tochter doch nicht mit Baggern spielen lassen, das ist beides Mist. Genauso Mist ist es auch, wenn diese geifernden Biester eine Frau dafür verachten, dass sie lieber bei den Kids daheim bleibt, anstatt zu arbeiten. Recht auf selbstbestimmtes Leben heißt ja nicht, dass man nun von der anderen Seite Zwänge aufgedrückt bekommt.
    Dann, das Internet flapsig zusammengefasst: „Meine Freundin ist ein Drachen, ich steh total unter ihrer Fuchtel. […] Weib, geh in die Küche und mach Sandwiches!“

    Übrigens: Einen Mann brauchen zwei Frauen theoretisch gar nicht, nur auf dem natürlichen Wege wird die Tochter nichts. Und die rechtliche Seite ist eine andere Frage, aber im Prinzip ~

    Meine Mutter ist handwerklich weitaus begabter als mein Vater, der aber recht ordentlich ist und im Haushalt hilft. Opa steht genauso oft am Herd wie Oma. Alle vier arbeiten Vollzeit (bzw sind meine Großeltern ja Rentner, aber vorher halt.) und „Du bist doch kein Junge“ musste ich höchstens mal von meiner Oma hören, aber wie altmodisch die in manchen Dingen ist, weiß ich ja. Mit „Männerklamotten“ in meinem Schrank hat sie aber auch keine Probleme mehr.
    Das Sexistischste, was ich je erlebt hab, war, dass ein paar Jungs, noch nicht mal in der Pubertät, mich fragten, ob ich Junge oder Mädchen bin, und sich dafür total cool und lustig vorkamen, weil das ja das Schlimmste überhaupt ist, wenn man für das andere Geschlecht gehalten wird, ne. Ich weiß aber auch, dass ich damit selbst in Deutschland riesiges Glück hab.

    TL ; DR : Ich bin und bleibe Feministin, weil ich dankbar bin, dass ich das hier schreiben darf, ohne dass der Mann, den mein Vater für mich ausgesucht hat, über meine Schulter sieht. Aber ich distanziere mich von den Fantikern, die ihren Männerhass unter dessen Deckmantel verbreiten. Mit denen möchte ich genauso wenig zu tun haben wie mit denen auf der anderen Seite.

    Sephi.

    PS.: Das ist ein sehr langer Kommentar, über einige Zeit hinweg entstanden. Verzeih, sollte hier und da etwas wirr sein. Der Kern sollte durchgekommen sein und über das Drumherum kann man sich ja noch unterhalten.

    • Viel ok.

      (“Gleichschaltungen“ allerdings nicht, Freiheit zum sich erarbeiten können schon).

      Gleiche Augenhöhe wäre gut. Dazu bedarf es immer auch sich in die andere Seite hineinversetzen zu können.

      Wär doch schön, wenn wir diesen Weg nehmen könnten.

    • vortex schreibt:

      „Ich bin und bleibe Nationalsozialist. Aber diese schreienden Schläger, die in jeder zu langen Nase einen Juden sehen (und leider meine ich, wie ich das sage), sind nicht meine Form vom Nationalsozialismus. Die schreien bloß am lautesten und den größten Unfug und darum wird über die am meisten gesprochen und die werden für repräsentativ gehalten. Ist überall so.“

      Nö, sie sind ein Teil dieser männerhassenden, Frauen infantilisierenden Bewegung. Sie unterstüzen sie durch ihre Selbstbezeichnung, und da sie mit Sicherheit ( meine ich ernst ) ein sehr freundlicher, angenehmer Mensch sind, geben sie den „Feminazi’s“ Deckung. Immer wenn der Feminismus wegen menschverachtener Hetze kritisiert wird, kann man Leute wie sie hinstellen und diese Kritik ablenken. Der Misstand wird nicht behoben und die Radikalen eskalieren weiter. Nichts für ungut, aber sie sind Teil des Problems, wie ein netter Mensch im dritten Reich mit Parteiangehörigkeit.

      “ … dass ich das hier schreiben darf, ohne dass der Mann, den mein Vater für mich ausgesucht hat, über meine Schulter sieht…“

      Soweit meine Ahnung über das Thema reicht haben die ELTERN die Heiraten für ihre Kinder beschlossen. Außerdem möchte ich darauf hinweisen dass bei einer Zwangsheirat auch der Mann keine Wahl hat. Chanel your inner equalist.

      „Übrigens: Einen Mann brauchen zwei Frauen theoretisch gar nicht, nur auf dem natürlichen Wege wird die Tochter nichts.“

      Ja, theoretisch. Wenn es keine Männer mehr geben würde, gäbe es niemanden der diese Fortpflanzungsmethode entwickeln, lehren und anwenden könnte. Machen sie einfach den 360° Test. Alles was lebenswichtig ist wurde von Männern erdacht, entwickelt, gebaut, gewartet und verbracht. Nur etwas Gedankennahrung.

      Ich wünsche einen schönen Abend

      • „Ja, theoretisch. Wenn es keine Männer mehr geben würde, gäbe es niemanden der diese Fortpflanzungsmethode entwickeln, lehren und anwenden könnte. Machen sie einfach den 360° Test. Alles was lebenswichtig ist wurde von Männern erdacht, entwickelt, gebaut, gewartet und verbracht.“

        Ähm … Was?
        Es ist zwar richtig, dass in der Vergangenheit hauptsächlich Männer an wichtigen Entwicklungen beteiligt waren, aber wohl eher auch, weil Frauen es allgemein schwer hatten, überhaupt an höherer Bildung zu partizipieren. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt und neue Entwicklungen werden idR von Teams, in denen auch Frauen sitzen, erarbeitet.
        Spätestens seit Marie Curie oder Hedwig Kiesler sollte klar sein, dass auch Frauen ihren wichtigen Beitrag zu Wissenschaft und Technik und dem Fortschritt des modernen Lebens beitragen.

      • vortex schreibt:

        @Luluwedekind

        „…dass in der Vergangenheit hauptsächlich Männer an wichtigen Entwicklungen beteiligt waren, aber wohl eher auch, weil Frauen es allgemein schwer hatten, überhaupt an höherer Bildung zu partizipieren…“

        1. Ändert es nichts an der Tatsache, die Welt wurde von Männern für deren Familien ( Frauen und Kinder ) erbaut.

        2. Sollten dann nicht Frauen, die schon seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts vollen Zugang zum Universtätswesen haben innerhalb dieser hundert Jahre sukzessive en par mit den Männern gezogen sein?

        3. Warum sind denn gerade in Ländern wie Pakistan, Indien, Iran usw. ( also patriarchale, frauenunterdrückende Länder ) die Frauenanteile an Wissenschaft und Technik höher als in gleichberechtigten Ländern ( Schweden, Kanada usw. )? Sollte es nicht andersherum sein?

        „Spätestens seit Marie Curie oder Hedwig Kiesler…“

        Ausnahmen bestätigen die Regel. Was kam noch mal großes nach diesen Damen, vor hundert Jahren? Wie kann es sein dass Madame Curie überhaupt an die Sorbonne zugelassen wurde, wenn, nun ja, alle Frauen unterdrückt wurden? Warum rennen Frauen den sozialwissenschaftlichen Fakultäten die Bude ein, aber die Stem-Felder haben eine bis zu 70% weibliche Abbruchquote? Ausgebildete Ärztinnen verlassen nach drei Jahren Berufsausübung ihr Feld auf nimmerwiedersehen.
        Wieso sehe ich quasi keine Frauen auf dem Bau/GasWasserScheisse/Wartung? Ist es weil die sich die Männer verschworen haben die Frauen böserweise von der ganzen Knochenarbeit fernzuhalten? Oder weil Frauen ( en gros ) einfach keinen Bock auf kaputten Rücken, sehr anspruchsvolles ( anstrengendes ) Studium, früher Sterben, stinkend, dreckig und zu unmöglichen Zeiten zu arbeiten?

        Die Antwort ist dass die westliche Frau ( im Gegensatz zur „dritte-Welt-Frau“….tschuldigung, mir viel kein besserer Begriff ein ) keinerlei Existenzielle Not hat. Und wenn Not kein Gebot kennt, dann kennt „Keine Not“ einen Haufen Gebote. Und eines davon lautet, für die westliche Frau, „Warum sollte ich mich kaputt machen, es wird doch schon erledigt“! Zumal die meisten Frauen sich nicht die Bohne für abstrakte, technische Themen interresieren. Was nicht schlimm ist. Allerdings stösst es mir sauer auf wenn Menschen falsche Schlussfolgerungen ziehen und das männliche Geschlecht für überflüssig erklären, ohne im Hinterkopf zu haben dass ohne diese Männer die Welt ein lebensfeindlicher Morast wäre. Das Gegenteil von Dankbarkeit, die angebracht wäre.

        Bevor die Frage auftaucht warum Männer sich krum machen. Männchen arbeiten um Geld/Staus/Wichtigkeit zu erlangen, um damit ein möglichst hochqualitatives Weibchen anzulocken.

        „…und neue Entwicklungen werden idR von Teams, in denen auch Frauen sitzen, erarbeitet.“

        Dafür ist der weibliche Anteil in den relevanten Feldern aber gespenstisch niedrig.

        Versteh mich nicht falsch, ich wünschte mir das Frauen en gros mehr anpacken würden, aber sie tun es ( freiwillig ) nicht. Und ich will sie nicht dazu zwingen, wie auch?

        „…dass auch Frauen ihren wichtigen Beitrag zu Wissenschaft und Technik und dem Fortschritt des modernen Lebens beitragen.“

        Nein, das machen sie ja gerade nicht. Fifty-fifty wäre „ihren wichtigen Beitrag“ leisten. Allerdings wäre es schon geschmeichelt den weiblich verantworteten Fortschritt in Sachen Technik, Medizin und Konstruktion auf zehn Prozent zu schätzen.

        Alles in allem ging es mir darum die Rolle der Männer in der Gesellschaft in ihrer monströsen Wichtigkeit darzustellen. Stell dir einfach vor alle Männer wären weg. Strom, Verkehr, fossile Energie, Nahrungsmittelproduktion und so ziemlich jede Spezialistendienstleistung wäre wegefallen. Wenn alle Frauen weg wären bräche der Pflegebereich zusammen, und selbst das wäre nur halb so wild, denn zwei Drittel der Pflegebedürftigen wäre auch verschwunden.

        It is a man’s world

        Nichts für Ungut und einen schönen Abend noch

      • Stephan schreibt:

        „Wenn alle Frauen weg wären bräche der Pflegebereich zusammen, und selbst das wäre nur halb so wild, denn zwei Drittel der Pflegebedürftigen wäre auch verschwunden.“

        Mehreren Aspekten deiner Einschätzung stimme ich zu. Allerdings ist eine Unterteilung in Beruf und Privatleben willkürlich. Du lässt sowohl weibliche Professionen, als auch den Privatbereich aus. Wenn man weibliche Schönheit, Empfindsamkeit, Fürsorge, Sex-Appeal, Herausforderung und Besänftigung entfernt, senkt sich die Angenehmheit der Gesellschaft drastisch. Technologie und Infrastruktur helfen dann nicht sonderlich weiter, zumal sie weitgehend (nur) dienende, ermöglichende Funktion haben. Es gibt Gründe warum Männer Dinge für Frauen tun. Diese liegen darin, dass Frauen einiges zu bieten haben. Betrachte die Sache als Austausch.

      • vortex schreibt:

        @Stephan

        „Wenn man weibliche Schönheit, Empfindsamkeit, Fürsorge, Sex-Appeal, Herausforderung und Besänftigung entfernt, senkt sich die Angenehmheit der Gesellschaft drastisch.“

        War ja nur ein Gedankenexperiment. Allerdings muß ich deiner Einschätzung widersprechen. Denn der Konkurenzkampf der Männer um Frauen führt zu Konfrontationen. Wenn also keine Frauen mehr da sind, gibt es auch keinen Grund mehr zu kämpfen. Wir Männer wären ohne Frauen phlegmatisch und tiefenenspannt. Naja, und wir hätten kaum technischen Fortschritt. Die Motivation in die Welt zu gehen und ihr „den Stempel“ aufzudrücken wäre auf ein zehntel reduziert ( eigenen Schätzung).

        Im Grunde kann man (fast) alle menschlichen Handlungen unter drei Gesichtspunkten analysieren. In abnehmender Wichtigkeit.

        Überleben
        Fortpflanzen
        Energie sparen

        Ich wünsche einen genehmen Tag

      • Stephan schreibt:

        Vortex, etwas verzerrt. Es gibt – neben Frauen – noch andere wertvolle und angenehme Dinge. (Natürliche Selektion alleine würde zu Wettbewerb führen.) Des weiteren trennst du nicht proximate und ultimate causes. Für die Konkurrenz von Männern ist es weder notwendig, dass eine Frau daneben steht, noch dass sie sich Frauen bewusst sind. (Allerdings hat das irgendwelche Effekte)

        Es bleibt bei der realistischeren (… Komparativ) Betrachtung. Wenn ich Frauen weg denke, auch nur einige von dort entferne wo mir ihre Anwesenheit gefällt, wird die hedonische Balance negativer. Darin einbezogen ist, dass Konkurrenzkampf nicht immer beglückend ist, und Frauen durchaus ein paar Probleme verursachen. Männer sind nicht für Stagnation gemacht. Lethargie und Depression („Antriebslosigkeit“) sind realistischer als „Tiefenentspannung“. Auch scheint mir eine Welt in der wir sediert aber „glücklich“ sind nicht sonderlich erstrebenswert (Brave New World). (Wirf dazu auch einen Blick in alte und neue Mythologie. Menschen sind gefesselt – in mehr als einer Bedeutung – von allem anderen als Apathie und Konfliktlosigkeit.) Am Rande erwähnt ist Stoizismus trotzdem eine vorwiegend männliche Idee. (Bemerkenswert: Ciceros De Finibus.)

    • Gwenny schreibt:

      “ Die schreien bloß am lautesten und den größten Unfug und darum wird über die am meisten gesprochen und die werden für repräsentativ gehalten. Ist überall so.“

      Und da sehe ich schon den ersten Fehler. Es ist nämlich durchaus nicht so, dass die radikalen Rumkreischer im Feminismus einfach nur am lautesten brüllen und deswegen mehr wahrgenommen werden. Wenn das so wäre, dann wäre das toll. Dann hätte ich eine große Sorge weniger. Wenn man sich allerdings ansieht, wieviel Raum diesen Rumkreischern in den Medien eingeräumt wird und in welchen Positionen sie teilweise sitzen, dann reicht es nicht, das Ganze mit einem „Die schreien nur am lautesten“ beiseite zu wischen. Denn sie schreien ja nicht nur laut. Man hört ihnen ja auch noch zu.

      Da hätten wir zum Beispiel Anne Wizorek aus der „Kann nix und hat nix“-Fraktion, die es irgendwie geschafft hat, sich in die Sachverständigenkommission zum 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zu mogeln. Mal davon ab, dass sich mir bei dem Wort „Gleichstellungsbereicht“ der Magen umdreht, sollte man sich vielleicht fragen, welche Qualifikationen Frau Wizorek vorzuweisen hat, die das rechtfertigen. Ein abgebrochenes Studium vielleicht? Oder die Tatsache, dass sie den Grimme-Online-Award gewonnen hat, dafür, dass sie einen Hashtag ins Netz warf, der, anstatt tatsächlichen Sexismus aufzuzeigen, eigentlich nur dafür gesorgt hat, dass psychisch labile Mädchen ihre Paranioa vom übergriffigen alten, weißen Heteromann füttern können? Was hat eine Frau dort zu suchen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Bild des ewig übergriffigen, sexistischen, weißen Breitmachmackers zu verbreiten? Kannst du mir das erklären?

      Weiter gehts mit Frau Strick, die zwar völlig freiwillig einen Studiengang gewählt hat, bei dem es inzwischen sinnvoller sein dürfte, ALG II-Anträge statt Zeugnisse zu verteilen, jetzt aber der Meinung ist, der Grund ihrer Arbeitslosigkeit sei nicht ihre Unfähigkeit, während der Zukunftsplanung auch ein wenig darauf zu achten, dass man sich für einen Weg entscheidet, der gute Chancen verspricht, später einen Beruf zu finden, sondern irgendeine patriarchale Weltverschwörung. Ui. Toll. Aber sie ist ja gar nicht so richtig arbeitslos, sondern Speakerin. Meist zum Thema „Hate Speech“ und du meine Güte, wenn sich da jemand auskennt, dann Frau Strick. Aber was erwartet man von jemandem, der es als Harrassment bezeichnet, wenn der Busfahrer einen ansieht und „Aha“ sagt (https://twitter.com/Tugendfurie/status/665737029624463361). Und das ist ja das wirklich Lustige an der Sache 😉 Eine Frau, die es als Belästigung ansieht, wenn ein Mann sie anguckt und „Aha“ sagt, hält Vorträge über Belästigung und erklärt anderen Frauen, was Belästigung ist. Das ist so beschuert, das kann man sich nicht ausdenken. Achso… Wenn sie nicht grade dabei ist, sich über übergriffige Busfahrer auszulassen, oder knutschende „Hetenpaare“ in Parks auszulachen, dann fliegt sie auch schonmal nach Indien (https://twitter.com/Tugendfurie/status/672974630835978240), um da über Feminismus zu sprechen. Aber du hast Recht. Die mit der Meise, schreien nur laut und sind nicht repräsentativ.

      Aber die deutschen Feministinnen sind, zugegeben, ja noch relativ harmlos. Schauen wir uns doch mal ihre britischen Kollegen an:

      Wie wäre es mit Julie Bindel? Die Frau, die der Meinung ist, man sollte Männer in Lager stecken, aus denen man sie dann wie Bücher ausleihen kann (https://allesevolution.wordpress.com/2015/09/11/julie-bindel-maennern-sollte-man-die-macht-wegnehmen-und-sie-in-lager-stecken/). Auch nicht repräsentativ? Warum schafft sie es dann, Artikel in großen Zeitungen zu platzieren? Warum wird einer solchen Frau überhaupt die Möglichkeit gegeben, ihren kranken Mist in die Medien zu schütten, wenn doch der Feminismus eigentlich ganz woanders hin will? Kapier ich nicht.

      Oder Laurie Penny? Die Frau schreibt sogar für die Times und den Independent.

      „Das Ziel sollen Gleichberechtigung und Gleichstellung sein und beides wird nicht dadurch erreicht, dass man die andere Gruppe abschwächt.“

      Ähm. Du weißt aber schon, was Gleichstellung ist, oder? Und dass es mit Gleichberechtigung so viel zutun hat, wie ein Walross mit einem Tisch. Wenn du eine Gleichstellung der Geschlechter willst, dann wird es immer darauf hinauslaufen, dass eine Gruppe abgeschwächt wird.

      „Die meisten Männerrechtler kann ich aber auch nicht ernst nehmen“

      Ach ja? Welche kennst du denn so? Schonmal was von Arne Hoffmann gelesen? Oder von Lucas Schoppe? Zugegeben, letzterer sieht sich selbst nicht als Männerrechtler, soweit ich weiß. Aber er schreibt eine ganze Menge dazu. Auf welche Männerrechtler beziehst du dich?

      „Dabei sind wir schon einen weiten Weg gekommen. Allein das Haus verlassen, Bildung für Mädchen, Hosen (aber bloß nicht aus der Männerabteilung)!, während Männer, die im Rock rumlatschen, meist noch skeptisch beäugt werden, Wahlrecht, die Tatsache, dass es Vergewaltigung (in der Ehe) tatsächlich gibt.“

      Wann durften Frauen denn nicht allein das Haus verlassen und wo hast du den Unsinn denn her? Das mit dem Wahlrecht find ich auch immer so eine lustige Sache. Du kennst die Geschichte des Wahlrechts in Deutschland? Das klingt immer so, als hätten Männer über Jahrhunderte fröhlig ihr uneingeschränktes Wahlrecht besessen, während die armen, unterdrückten Weibchen zuhause grade mal so über die Farbe der Wohnzimmervorhänge entscheiden durften.

      „Die Recht der Frauen mussten/müssen an die Rechte der Männer angeglichen werden. Dazu werden die Rechte der Männer ja nicht beschnitten.“

      Bei „mussten“ stimme ich zu. Aber jetzt verrate mir doch (und wir machens mal einfach und beschränken uns auf Deutschland), welche Rechte Männer haben, die Frauen nicht besitzen.

      Und dann frage ich dich, ob es nicht eher andersrum sein sollte. Und dabei denke ich daran, dass bei unverheirateten Paaren das Sorgerecht fürs Kind automatisch an die Mutter, nicht aber an den Vater geht. Und ich denke an die Wehrpflicht, denn die ist ja (wie du sicher weißt) nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt und gilt AUSSCHLIESSLICH für Männer.

      Bei Wehrpflicht und Krieg muss ich übrigens auch immer an eine ganz bekannte Feministin denken: http://static.fjcdn.com/large/pictures/8b/7d/8b7d15_4195856.jpg

      „primary victims“, so so. Das sind also nicht die Männer, die ihr Leben verlieren, sondern deren Frauen und Mütter. Aber die ist sicher auch wieder nicht repräsentativ.

      „Einen Mann brauchen zwei Frauen theoretisch gar nicht, nur auf dem natürlichen Wege wird die Tochter nichts. Und die rechtliche Seite ist eine andere Frage, aber im Prinzip ~“

      Nicht? Wo kriegen Samenbanken eigentlich Sperma her? Wächst das auf Bäumen?

      „Ich bin und bleibe Feministin, weil ich dankbar bin, dass ich das hier schreiben darf, ohne dass der Mann, den mein Vater für mich ausgesucht hat, über meine Schulter sieht. Aber ich distanziere mich von den Fantikern, die ihren Männerhass unter dessen Deckmantel verbreiten. Mit denen möchte ich genauso wenig zu tun haben wie mit denen auf der anderen Seite.“

      Mal davon abgesehen, dass es unter den einfachen Leuten nie üblich war, dass der Vater den Ehemann für die Tochter „ausgesucht“ hat…

      Das ist so dieser Nebenbei-Feminismus, den ich in meinem Kommentar meinte. Du kannst dich natürlich verbal von den radikalen Kreischfeministen distanzieren, aber solange du den Feminismus unterstützt, unterstützt du auch diese Leute. Das ist natürlich dein gutes Recht, aber dadurch, dass DER Feminismus nunmal vordergründig von Menschen wie Anne Wizorek, Julie Bindel und Laurie Penny angeführt wird, bringt es gar nichts, sich verbal zu distanzieren. Es gibt nicht den einen Feminismus und daneben 30 weitere. Es gibt auch nicht „Männerrechtsbewegung 1“ und „Männerrechtsbewegung 2“. Dieses ewige „Ich distanziere mich und pick mir nur ein bisschen was raus“ löst keine Probleme.
      Ich frage mich ja, warum es nicht möglich ist, sich einfach vom Feminismus mit seinen mehr und weniger radikalen Strömungen ab- und sich einfach etwas ganz Neuem zuzuwenden, was sich vielleicht dann tatsächlich mit Gleichberechtigung beschäftigt und sowohl benachteiligen Frauen als auch benachteiligten Männern gleichermaßen hilft. Warum muss so krampfhaft an dieser Feminismusbewegung festgehalten werden? Und die Frage meine ich weder böse noch sonst irgendwie negativ. Ich stell sie mir nur schon so lange.

      • vortex schreibt:

        @Gwenny

        Volle Breitseite, alle Achtung. Nur folgendes:

        „Nicht? Wo kriegen Samenbanken eigentlich Sperma her? Wächst das auf Bäumen?“

        Ich glaube Sephi bezog sich auf eine, seit ein paar Jahren immer weiter ausgereifte Semi-Sexuelle ( viell. sogar A-Sexuell) Fortpflanzungstechnik.

        http://www.spiegel.de/spiegel/a-213842.html

        Zustimmende Grüße und ein schönes Wochenende

  6. Ein toller Text. Und so entspannend unradikal, aber trotzdem vernünftig für Gleichberechtigung. Dankeschön. Viele Feministinnen wissen garnicht, wieviele Männer bereits auf ihrer Seite stehen.

  7. Ich finde, dass Feminismus etwas Gutes ist. Das Problem ist das Gleichgewicht, welches wir nie wirklich treffen.
    Wir übersteuern. Das ist allerdings auch normal. Nehmt einfach die Extreme raus, dann kommt der Sinn hervor.

    Auf der anderen Seite weiß ich zum Beispiel, dass keine Frau einen heulenden Waschlappen ohne Selbstachtung attraktiv findet – obwohl ich einige Feministinnen erlebt habe, die das aus Männern allgemein machen wollten. Wir sollten uns einfach mal ernsthaft darüber unterhalten, wohin wir wollen.

      • Ich weiß nicht ob das alte Rollenverständnis wirklich gut war. Wenn ich einige Männer höre, die voller Selbstverständnis meinen, dass sie nie im Haushalt helfen oder auf Kinder aufpassen würden, wird mir schlecht. Davon gibt es immer noch zu viele.
        Es wäre gut ein Gleichgewicht zu finden. Kein Weichei aber auch keine Frauen die prinzipiell meinen besser zu sein. Ob uns das gelingt steht in den Sternen.

      • Stephan schreibt:

        „Wenn ich einige Männer höre, die voller Selbstverständnis meinen, dass sie nie im Haushalt helfen oder auf Kinder aufpassen würden, wird mir schlecht. Davon gibt es immer noch zu viele.“
        Was ist die Größenordnung die du für richtig hältst?

      • Will ich eigentlich nicht definieren- jede Partnerschaft ist da anders. Für mich persönlich gibt es im Haushalt keine Männer oder Frauen Jobs – wobei, den Sinn von Staubwischen erkennt meine Frau mehr und ich hab nie verstanden, dass man Fenster putzt, wenn man Vorhänge hat… 😉

  8. Gwenny schreibt:

    Ich war nie Feministin, aber ich glaube, in unserer Generation kommt man gar nicht daran vorbei, mit dem Glauben aufzuwachsen, dass Feminismus gut ist. Die allermeisten Menschen, die so nebenbei-feministisch eingestellt sind (Und ich glaube, das sind die meisten), haben sich mit dem Feminismus (und ganz besonders mit dem modernen Feminismus) nie wirklich auseinandergesetzt. Warum auch? Man hat keinen Grund, etwas anzuzweifeln, was mal gut und richtig war und von dem man überall hört, dass es das noch immer ist. Es ist leicht, jemandem vorzugaukeln, es ginge um Gleichberechtigung, wo es eigentlich nur um Gleichstellung geht, wenn dieser jemand den Unterschied überhaupt nicht kennt. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der die Frauen irgendwie immer kämpfen mussten und in der die Männer ihre Frauen ständig zum Weinen gebracht haben. Mein Vater war ganz groß darin, meine Mutter zum Weinen zu bringen und wenn du als junges Mädchen, das seine Mutter vergöttert, überall hörst, wie schrecklich Frauen in der Vergangenheit von Männern unterdrückt wurden (und es heute noch werden) und du erlebst, wie dein Vater deine Mutter immer wieder zum Weinen bringt, dann fällt es nicht schwer, all diese Pauschalisierungen, Vorurteile und Lügen zu glauben. Mit einem Vater, der in der 23 Jahre andauernden Ehe mit meiner Mutter, so viele Affären hatte, dass selbst er den Überblick irgendwann verlor, der sich mehr um die Kinder seiner Affären kümmerte, als um seine eigenen und der so verzweifelt hinter jedem Rock her war, dass er kurz nach dem Tod meiner Mutter sogar eine gerade 18 Jahre alt gewordene Freundin von mir, die bei uns zu Besuch war, so penetrant und anzüglich anbaggerte, dass ich vor Ekel und Scham am liebsten gestorben wäre, hatte ich nicht die besten Voraussetzungen für ein gesundes Männerbild. Und auch die meisten anderen Männer in meinem Umfeld waren nicht besser. Onkel, die über Jahrzehnte, ihre Frauen grün und blau geprügelt hatten und … Naja, über den Vater meines Vaters hatten wir uns schonmal unterhalten, glaube ich.
    Mein erster Freund war ein notorischer Fremdgänger (Wie mein Vater… Die Küchenpsychologen unter deinen Lesern, kriegen jetzt sicher alle Schnappatmung vor Begeisterung), der zweite ließ sich noch zu einem „Du musst tun, was du tun musst“ hinreißen, nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass ich mir aufgrund schlimmer Schlafstörungen und daraus resultierender Panikattacken professionelle Hilfe suchen würde und meldete sich dann nie wieder. Ich glaube, das sind ganz gute Voraussetzungen dafür, in die radikalfeministische Ecke abzurutschen, wo alle Männer gleich sind und Gefühle mehr zählen als Fakten.

    Aber da waren ja noch andere Männer. Da war der Vater meiner besten Freundin, der genau so war, wie ich mir richtige Väter immer vorgestellt hatte und der mich behandelte, als wäre ich sein Kind (Inklusive Riesenanschiss bei schlechten Noten *ähem*) und Lehrer, mit denen ich reden konnte, wenn ich Probleme hatte und die nicht nur zugehört, sondern auch geholfen haben. Ich hatte wundervolle männliche Freunde, die ganze Winternächte mit mir in irgendwelchen Parks gesessen und mir zugehört haben, während sie sich den Hintern abfroren. Und ich habe meinen Mann, der mir jeden Tag zeigt, was bedingungslose Liebe, Rückhalt und Familie eigentlich bedeuten. Ich habe so viel Ballast mit in diese Beziehung gebracht und seit über 4 Jahren hilft er mir, ihn zu tragen (Und manchmal lässt er unauffällig einen Teil fallen und ich merke erst Wochen später, dass das Päckchen wieder etwas leichter geworden ist) und es stellt sich mir ganz einfach die Frage: Warum sollte ich Feministin sein? Warum sollte ich mich einer Bewegung anschließen, die der Überzeugung ist, alle Männer seien schlecht und damit meinem Vater eine Entschuldigung für sein mieses Verhalten gibt (Denn genaugenommen konnte er ja gar nicht anders, als schlecht zu sein. Schließlich sind alle Männer schlecht) und gleichzeitig meinen wundervollen Mann nicht nach seinem Charakter und seinen Taten beurteilt, sondern ihn in eine Ecke mit Fremdgängern, Schlägern und Vergewaltigern stellt und das nur aufgrund seines Geschlechts. Und dann schaue ich mir diese Feministinnen an, die da auf Twitter und in ihren Blogs gegen Männer hetzen und sehe, dass viele von ihnen Töchter wundervoller Väter und mit tollen Brüdern aufgewachsen sind und liebevolle Partner an ihrer Seite und manchmal sogar bezaubernde Söhne haben und ich muss aufpassen, dass ich vom Kopfschütteln kein Schleudertrauma bekomme.

    Tim wird im Februar 13 Jahre alt und er wächst in einer Gesellschaft auf, die sich so sehr darauf versteift hat, Mädchen und Frauen den Hintern zu pudern, dass sie gar nicht sieht, wie die Jungs und Männer reihenweise hinten runterfallen. Wenn mich andere Mütter verständnislos anstarren, wenn ich ihnen sage, dass ich meinem Sohn nicht beigebracht habe, dass er keine Mädchen schlagen darf, sondern dass zu Gewalt zu greifen, unabhängig vom Geschlecht, nie der richtige Weg ist, außer sie dient zur Selbstverteidigung und dass auch kein Mädchen ihn schlagen darf, dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen oder diese Mütter schütteln soll, bis sie zur Vernunft kommen.

    Der moderne Feminismus ist so geprägt, vom Hass gegen Männer, dass er meiner Meinung nach nicht mehr zu retten ist und eingestampft gehört. Doch wenn man sowas sagt, dann kommen die Nebenbei-Feministen, die sich nie richtig damit auseinandergesetzt haben und brüllen, das sei aber nicht IHR Feminismus und der eigentliche Feminismus sei ganz anders und für Gleichberechtigung und ich möchte sie packen und anbrüllen und sie fragen, wieviele Kachelmanns und Emma Sulkowicz und Jasna Stricks wir noch brauchen, bis sie begreifen, dass an „Kill all men“ und „Yes means yes“ nichts gut und nichts harmlos ist. DAS ist Feminismus.

    Ich möchte, dass Tim in einer Welt aufwächst, in der er nicht erst beweisen muss, dass er keiner dieser patriarchalen Unterdrücker mit ihrer toxischen Maskulinität ist, indem er den größten Sexisten und Rassisten, die mir je begegnet sind, nach dem Mund quatscht. Und ich möchte, dass seine Sorgen und Ängste und Probleme nicht mehr und nicht weniger ernstgenommen werden, als die von jedem Mädchen. Feminismus hat nichts mit Gleichberechtigung zutun, sondern mit scheuklappentragender, hasszerfressener Ungerechtigkeit. Nur, dass er nicht dagegen kämpft, so wie er es behauptet, sondern sie ausübt.

    Viel zu lang, viel zu persönlich und ich werde mich später sicher ärgern, dass ich diesen Kommentar geschrieben habe, aber… Was raus muss, muss raus.

    • Ich hatte das Glück, einen liebevollen und toleranten Vater zu haben und eine sehr selbstbewusste Mutter. Beide haben sich die Erziehung meines Bruders und mir geteilt und uns nicht gleich, aber gleichwertig behandelt. (Bei fast 10 Jahren Altersunterschied und sehr unterschiedlichem Charakter geht auch keine komplette Gleichbehandlung. 😉

      Mir wurde alles ermöglicht, was meine Eltern mir ermöglichen konnten und ich hatte sowohl positive Frauen- als auch positive Männervorbilder. Intellektuell habe ich mich sehr an meinem Vater orientiert. Ein äußerst humanliberaler Mensch, manchmal etwas weltfremd (typisch Akademiker), aber nicht naiv. Er hat mir beigebracht, dass Aussehen gar nichts zählt, wenn man nichts im Kopf hat. Meine Mutter hat mir gezeigt, dass auch ein hübscher Kopf nicht leer sein muss. Alles in allem eine gute Mischung, um nicht in diesen Hardcore-Feminismus abzudriften.

      Ich habe einen liebevollen Ehemann und einen frechen Sohn, dessen überschäumendes Selbstbewusstsein allerdings manchmal doch etwas gedämpft werden muss – auch zu seinem eigenen Schutz. ^^

      Aber auch ich will nicht, dass er in einer Welt groß wird, in der er entweder aufgrund seines Geschlechts quasi die „Erbsünde“ tragen muss und unter permanentem Generalverdacht steht oder aber sein eigenes Geschlecht anderen gegenüber überhebt.

      Ich weiß auch nicht, was an diesem Denken falsch ist. Und das lasse ich mir auch von keiner Feministin einreden.

    • Nein gar nicht. Schön und gut geschrieben.

      Finde die Einstellung gut und notwendig.

      Nur ist es auch so, dass es nicht von selbst aufhört. Bei kleineren Jungen ist es wohl schon. Es muss eine Grenze gesetzt werden, d.h. es muss auch nach aussen gezeigt werden. Es gibt mittlerweile mehr Frauen, die so denken. Und einige engagieren sich, wie zB Christina Hoff-Sommers.

      Find ich großartig.

  9. petpanther schreibt:

    Gute Einsicht.

    Heute brauchen eher Jungen Hilfe.

    Falls Interesse, schau doch ‚mal bei den HoneyBadger’n rein. Ist allerdings auf Englisch.

    Eine andere Welt.

    In ihrer letzten Internet Radio Session erzählen sie (Theryn, Anna, Hannah, Karen aka GirlWritesWhat und Alison) über ihren „Red Pill Moment“, etwas dass du hier auch ein bisschen hast.

    Channel https://www.youtube.com/user/HoneyBadgerRadio

    • „Jungenhilfe“ ist mE nur eine Umkehrung des Feminismus. Einfach alle gleichberechtigt behandeln. Wäre ganz einfach, wenn man die Geschlechter nicht permanent gegeneinander ausspielen würde.

      • petpanther schreibt:

        Im Grunde hast Du recht. Es sollte eigentlich genau so sein wie Du sagst.

        Da ist nun aber etwas entstanden … eben durch das was Du auch beschreibst, einen ziemlich heftigen und menschlich nicht mehr guten „Feminismus“. Und das hat nun Folgen.

        Die Badgers ticken auch so.

      • Eine Umkehrung wäre aber auch nur Wasser auf die Mühlen der Radikalfemen. Das bringt niemandem etwas, wenn man eine Gegenbewegung startet und am Ende vielleicht den Radikal-Männerrechtlern (die es genauso gibt und genauso dumm sind) in die Hände spielt.
        Dann hat man auch nichts gewonnen.

      • petpanther schreibt:

        … weitere aus dieser „Szene“ sind z.B. „based Mom“ Dr. Christina Hoff-Sommers oder Milo Yiannopoulous.

      • Nein. Da vergleichst du RadFems mit modernen Männerechtlern. Das sind keine symnetrischen Gegenstücke.

        Das ist nicht der Fall. Da bist du vielleicht einem feministischen Narrativ aufgesessen. Sie wollen eigentlich das was Du auch schon ausgedrückt hast.

        Es ist eigentlich auch der falsche Name. Er entsteht durch die Folgen von denen ich gesprochen hatte.

        So findet sich zB Christina jetzt darunter wieder.

        So ist zB gerade ein Dokumentarfilm in Arbeit. Die Regisseurin Cassie Jaye veschreibt darin auch ihre Wandlung, weil sich die einseitige Sicht ändert. Name auf Youtube suchen und Du kannst sie selbst erzählen hören.

      • Ich meine nicht gemäßigte, sondern Radikale, die es nunmal auch gibt. Es tut mir Leid, aber ich musste mich selbst schon mit diesen auseinandersetzen und sie sind nicht besser als die RadFems. Es sind nur (noch) nicht so viele und sie sind nicht so präsent. 😉

      • Echt jetzt?

        Kenn mich da eigentlich ein bisschen aus. Ist eigentlich selten. Meist sind die aber auch gegen (auf englisch) sog. MRAs.

        Im Netz gibt es schon komische Vögel, die dann offenbar bei vielen penetrant werden. Musste letztens gar auch jemanden blocken. Obwohl ich das echt selten mache.

      • Nicht unbedingt. Es ist schwer für eine Bewegung verschiedene Ziele zu verfolgen.

        Feminismus als Wort und Bewegung hat seinen Sinn für mich verloren, weil sie keinen Hausputz gemacht haben und neben den moderaten den extremen Unterschlupf gewähren.

        Ich denke es sollte einen Männer und einen Frauenbewegung geben. Das sind zwei Kräfte die jeweils für eine Seite eintreten und die Aufmerksamkeit auf die blinden Stellen leiten. – Die Frauenbewegung die für die Gleichberechtigung aller eintreten wollte, hat hier versagt.

        Ich glaube es wird kein Optimum geben, sondern wir werden um ein Ideal herumschlingern, das wir mehr oder minder gut erreichen.

        Eine andere Sache ist, was bedeutet gleichberechtigt. Ist es ok, wenn 80% der ET-Studenten Männer sind und 70% der Sozialwissenschaften Frauen (Zahlen aus der Luft gegriffen). Ist es ein Problem, wenn die Mehrheit der Politiker Männer sind, wenn die Mehrheit der aktiven Wähler Frauen sind. Wem ist hier ein Vorwurf zu machen?

        Ist es ok einseitig gegenderte Gesetze zu erlassen, oder sollte man dabei nicht schon so weit denken, dass es u.U. auch mal in die andere Richtung kippen könnte? (z.B. sog. Gleichstellungsbeauftragte – von Frauen gewählt unabhängig von der realen Geschlechterverteilung).

        Dazu haben u.U Männer und Frauen unterschiedliche Werte, Vorstellungen und Ziele.

      • maennerrechteORG schreibt:

        „Ich meine nicht gemäßigte, sondern Radikale, die es nunmal auch gibt. Es tut mir Leid, aber ich musste mich selbst schon mit diesen auseinandersetzen und sie sind nicht besser als die RadFems. Es sind nur (noch) nicht so viele und sie sind nicht so präsent. ;)“

        Da muss ich jetzt aber nachfragen:
        Wer sind diese Leute, und was sagen sie? Denn ich habe noch nie(!) Sprüche wie „KillAllWomen“ erlebt. Noch nie. Oder solche Phantasie wie die weiblichen Teil der Weltbevölkerung auf 10% „herunterzufahren“ und Frauen „ins Gas“ zu schicken.

        „“Jungenhilfe” ist mE nur eine Umkehrung des Feminismus. Einfach alle gleichberechtigt behandeln. Wäre ganz einfach, wenn man die Geschlechter nicht permanent gegeneinander ausspielen würde.“

        Das sehe ich anders. „Jungenhilfe“ ist nur ein Stichwort, bei Ausformulierungen findet sich dann eindeutig das Bestreben, gezielte Hilfe „auch für Jungen“ anzubieten.
        Das ist der Unterschied, den ich zu dem Gros der Feministinnen sehe. Forderungen, generelle Schutzhäuser „ausschließlich für Männer“ zu schaffen, in denen Frauen keinen Zutritt haben, sind mir unbekannt. Im Gegenteil: Sämtliche Frauen- und Männerhäuser in –>Schutzhäuser<– für Männer und Frauen umzuwandeln würde meiner Meinung nach gerade bei Männerrechtlern auf großes Interesse stoßen.

        Und zu dem "gegenseitigen Ausspielen" habe ich mir auch mal ein paar Gedanken gemacht:
        http://maennerrechte.org/die-nuetzlichkeit-des-feminismus/

        "Wem also nützt die Spaltung der Geschlechter? Sie nützt genau denen, die wirtschaftlich und machtpolitisch am meisten zu verlieren hätten, wenn Frauen- und Männerrechtler in Bezug auf Gleichberechtigung am selben Strang ziehen würden. Uneinigkeit in den Gruppen, die gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen wollen nützt denjenigen, die gesellschaftliche Veränderungen verhindern wollen.

        Und das ist die „Nützlichkeit“ des Feminismus."

      • Die radikalen Männerrechtler fordern zB auf, Feministinnen zu vergewaltigen, damit sie „durch einen ordentlichen Schwanz“ wieder „zur Vernunft kommen“.
        Das ist eine Stufe mit den RadFems. Hass und Gewalt. Hass und Gewalt.

        Und doch: am Ende ist „Jungenhilfe“ eine Umkehrung der ausschließlichen Mädchenhilfe. Beides darf gleichwertig nebeneinander existieren – sollte es auch, wenn es bspw. um Gewalt geht (Stichwort Männerhäuser).
        Hier ist aber wieder der Knackpunkt, den ich nicht verstehe: Muss es immer nach Geschlecht getrennt sein? Das verleitet doch gleich wieder in Stereotypen zu denken.
        Wo steht denn geschrieben, dass man „typische“ Jungenprobleme in der „Jungenhilfe“ angehen muss und „typische“ Mädchenprobleme in der „Mädchenhilfe“.
        Mir sind diese ganzen Konstrukte zu starr, weshalb ich mich niemals als Männerrechtler oder Antifeminist bezeichnen würde.
        Ich möchte helfen, wo Hilfe gegen Diskriminierung nötig ist.

        Bsp.:
        Es gibt mE viel zu wenig männliche Erzieher. Viel zu oft werden junge Männer, die diesen Berufszweig wählen als pädophil stigmatisiert. Das ist Diskriminierung.

        Frauen zwischen 30 und 40, die kinderlos sind, werden bei Jobbewerbungen aussortiert, da die „Gefahr“ besteht, dass sie zeitnah nach der Einstellung/Ablauf der Probezeit schwanger werden könnten. Einfach aus dem Verdacht heraus, dass ja alle Frauen in den 30ern ihre biologische Uhr bedrohlich ticken hören.

        Alleinerziehende Elternteile (egal ob Mann oder Frau) haben es bei der Jobsuche extrem schwer. Dass mag für Betriebe logisch klingen, denn immerhin trägt hier ja ein Elternteil alle Last von Kita-Öffnungszeiten bis Krankheiten und Schulferien. Das ist auch Diskriminierung.

        Hier muss angesetzt werden, aber weder durch „Fems“ noch „Maskus“ oder oder … Alle Menschen sollten an solchen Ungerechtigkeiten gleichermaßen etwas ändern. Als Menschen. Nicht als Randgruppierungen.

      • Matze schreibt:

        „Die radikalen Männerrechtler fordern zB auf, Feministinnen zu vergewaltigen, damit sie “durch einen ordentlichen Schwanz” wieder “zur Vernunft kommen”.
        Das ist eine Stufe mit den RadFems. Hass und Gewalt. Hass und Gewalt.“

        Nicht das ich dir nicht glaube, im Internet sind haufenweise Idioten unterwegs, aber hast du da mal einen Link oder sowas. Wie beim Sasquash liest man da immer wieder von, aber selbst gesehen hab ich das noch nicht. Meinst du Anti-Feministen?

      • Wenn Du überhaupt solche Aussagen finden willst, musst Du ins extrem der Männerrechtsbewegung gehen, dem „gelben Forum“ WGVDL, nur dort findest Du solche Leute.
        Da ich selbst seit etwa vier Jahren in der Männerrechtsszene unterwegs bin, kann ich aber Aussagen, das diese Leute nur ein kleiner Rand sind, mit denen die übrigen linken (u.a. Genderama) und bürgerlichen (Agens, MANNDat) Gruppierungen der Männerrechtsbewegung so wenig wie möglich zu tun haben wollen.

        Interessant am Feminismus ist aber, dass die Extreme des Feminismus, wie z.B Andrea Dworkin und Valerie Solanas, als Ikonen gehandelt werden, während die Männerrechtsbewegung versucht, ihre Radikalen von der übrigen Bewegung fernzuhalten.

        Hinzu kommt auch, dass eigentlich keine Feministin und kein Feminist bereit ist, sich kritischen Fragen über den Feminismus zu stellen oder bereit ist, Kritik am Feminismus anzunehmen!

      • Also da gebe ich dir recht, kritisierst du den Feminismus, bist du sofort „Bückstück des Patriarchats“. Einfach Fragen, Erklärungsanfragen und auch nur der Hauch einer Kritik wird augenblicklich niedergeschrien.

        Auch ein Grund, weshalb ich mich von diesen Frauen abgewendet habe.

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